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7 Gründe warum du einmal im Ashram leben solltest

31. Mai 2020
Experiences | Knowledge
Ich habe insgesamt knappe 8 Wochen meines Lebens in einem Ashram gelebt. Einmal zwei und einmal 6 Wochen. Auch wenn ich mich heute nicht als typischen Yogi beschreiben würde, so sind die Einflüsse der Zeit im Ashram auf mein Leben bis heute spürbar.

Ganz am Schluss ist es natürlich dir überlassen, ob du selbst auch einmal in ein Ashram gehst oder nicht. Ich würde dabei auch immer auf dein Bauchgefühl hören. So treffe ich alle meine Entscheidungen und bisher habe ich noch keine einzige bereut.

Trotzdem möchte ich dir hier auf Basis meiner persönlichen Erfahrung ein paar Gründe nennen, warum ich glaube, dass auch du von so einem Aufenthalt profitieren würdest.

1. Ein ruhiger und entspannter Geist

In der hektischen Zeit von heute, in der mehr und mehr äußere Einflüsse versuchen unsere Aufmerksamkeit von uns wegzulenken und unser Leben zu kontrollieren, ist es schwierig, bei sich zu bleiben.

Youtube hat z.B. das Ziel, unser Erlebnis auf der Plattform so gut zu gestalten, dass wir möglichst lange Zeit auf dieser verbringen. Dass Facebook und Instagram nicht besser sind, ist vermutlich jedem klar. Ich denke du kennst das Phänomen, dass du nur kurz auf Instagram gehst und dann plötzlich eine halbe Stunde vorbei ist.

Aber so weit müssen wir nicht einmal gehen. Selbst unser Job, unsere Freunde und Familie wollen Aufmerksamkeit von uns.

Grundsätzlich ist weder das Eine noch das Andere ein Problem. Ganz im Gegenteil: Unser Job, unsere Familie und Freunde sind wichtig, und richtig eingesetzt sind Facebook, Youtube und Konsorten Werkzeuge, die unser Leben bereichern können.
Bist du jedoch nur im Außen, reagierst du vermutlich sogar ausschließlich auf die Events und Einflüsse in deinem Leben, ohne darauf zu achten, was du willst und was dir gut tut. Es ist daher wichtig, sich Zeit für sich zu nehmen und bei sich anzukommen. Es geht wie immer um die Balance.

Ein Aufenthalt in einem Ashram unterstützt dich dabei, dir Zeit für dich zu nehmen.

Ich will ganz ehrlich sein. Im Ashram habe ich mir nicht ein einziges Mal große Lebensfragen gestellt. Ich war dort um zu lernen. Doch allein die tägliche Routine, das Meditieren, das Singen, Hatha Yoga, Karma Yoga und die viele Zeit fern von meinem Computer oder dem Handy haben dazu geführt, dass ich bereits nach zwei Wochen als komplett anderer Mensch nach Hause kam.

Die Wochen nach meiner Rückkehr waren fast schon surreal für mich. Ich war so entspannt und in mir ruhend wie selten zuvor in meinem Leben. Egal was passierte, nichts konnte mich wirklich aus der Fassung bringen und ich ging lediglich den Dingen nach, die mir wichtig waren. Ich war generell einfach zufrieden mit mir und meinem Leben.

Es fiel mir auch viel einfacher, mich auf eine Sache zu konzentrieren, ohne die ganze Zeit von allem Möglichem abgelenkt zu sein.

Am spannendsten war jedoch die Tatsache, dass ich zeitweise jegliches Interesse an Frauen und Sexualität verloren hatte. Das klingt vielleicht befremdlich für den Einen oder Anderen. Ich kann nur sagen, es ist angenehm nicht die ganze Zeit triebgesteuert durch die Gegend zu rennen. Es war sehr befreiend, weil Frauen auf einmal keine Kontrolle mehr über mich ausüben konnten. Leider hielt der Effekt nur knappe 6 Wochen an.

Empfehlung

Lasse dein Handy und dein Laptop während des Aufenthaltes so oft wie möglich aus. Je mehr du dich um deine Probleme und Freunde in der Heimat kümmerst, umso weniger erlaubst du dir wirklich zu dir zu kommen.

Ich musste zweimal dorthin fliegen, um das verstehen zu können. Während meines zweiten Aufenthalt musste ich mich um einige Dinge daheim kümmern und war deswegen öfters am Handy und am Laptop. Das würde ich nie wieder so machen. Obwohl der zweite Aufenthalt fast dreimal so lang war, war der Effekt innerer Ruhe und Zufriedenheit beim ersten Aufenthalt wesentlich größer.

Ich kann jetzt sogar verstehen, warum empfohlen wird, auch möglichst wenig mit anderen zu sprechen. Aber da brauchst du dich meiner Meinung nach erst einmal nicht geißeln. Es bringt schon viel, wenn du einfach mal mit deinen Gedanken bei dir und deinem Umfeld bist, ohne dich um irgendetwas in der Welt zu kümmern. Glaube mir: Die Welt wird sich auch so weiterdrehen.

2. Führung

Das Bedürfnis nach Führung ist nichts Ungewöhnliches. Egal in welchem Lebensbereich, wenn wir etwas Neues lernen oder richtig gut sein wollen, ist es normal nach jemandem zu suchen, der einem hilft. Dass in den letzten Jahren der Coaching-Markt so explodiert ist ein klarer Hinweis dafür.

Und es macht auch Sinn: Wieso sollten wir alle das Rad neu erfinden, wenn es bereits jemanden gibt, der es gebaut hat. So kommen wir so schneller zum Ziel und unter der Führung eines anderen zu arbeiten ist letztendlich auch einfacher. Denn wenn sich auch viele dessen nicht bewusst sind, das größte Problem ist nicht das Tun, sondern zu wissen, was und wie etwas getan werden muss.

Im speziellen Fall der Persönlichkeitsentwicklung kommt noch hinzu, dass wir oft unser größter Feind sind, wenn es darum geht uns zu verändern. Denn unser Unterbewusstsein hat es nicht so gerne Bekanntes loszulassen.

Ich persönlich bin jahrelang zu Workshops und Seminaren gegangen und habe mich coachen lassen. Alleine war ich damals nicht dazu in der Lage. Ich hatte so viele Widerstände in mir, dass ich am Schluss einfach immer etwas anderes gemacht habe. Selbst heute, wo es mir immer einfacher fällt mich mit mir auseinanderzusetzen, muss ich mich teilweise dazu zwingen.

Das Ashram hat es mir an dieser Stelle sehr einfach gemacht. Die Struktur, die tägliche Routine und die klaren Vorgaben machen es einfach in die Umsetzung zu gehen. Die Tatsache, dass es in einer Gruppe passiert, hilft natürlich auch.

Shri Yogi Hari – der Guru

Wenige Menschen habe ich so ins Herz geschlossen wie diesen alten Mann.

Seine Weisheit, sein Wissen und die Klarheit, mit der er kommuniziert, habe ich selten bei jemandem erleben dürfen. Er wollte immer das Höchste erreichen und hat sich mit dem Thema Yoga in einer Tiefe auseinandergesetzt wie kaum ein anderer. Wenn er unterrichtet, wird klar, dass er aus Erfahrung spricht und nicht einfach nur auswendig gelernte Phrasen von sich gibt. Er wird dir auch sofort mitteilen, wenn er keinerlei Erfahrungen hat zu einem Thema. Für mich macht ihn das zu einem sehr authentischen, ehrlichen und glaubhaften Lehrmeister.

Selbst wenn er zwischendurch schroff und grob in seiner Art sein kann, so ist er einer der liebevollsten und großzügigsten Menschen, die ich kenne.

Ich bin zutiefst dankbar für alles, was er für mich getan und was er mir mitgegeben hat. Immer wenn ich an ihn denke, freue ich mich. Das bedeutet, ich sitze dann mit einem Grinsen da, jedes einzelne Mal.
Wenn du mehr über ihn erfahren möchtest, findest du hier eine kurze Zusammenfassung: Shri Yogi Hari

3. Bekanntschaften mit Gleichgesinnten

Für mich ist es immer schön Menschen zu treffen, die ähnliche Weltanschauungen haben und meine Interessen teilen. Wenn du also Interesse an Spiritualität, Persönlichkeitsentwicklung, Meditieren, Tandra, gesunde Ernährung oder andere Yoga-ähnliche Themen hast, wirst du hier auf jeden Fall Menschen kennenlernen, mit denen du tiefgehende und faszinierende Unterhaltungen führen kannst.

4. Disziplin

Willst du eine regelmäßige Yogapraxis in dein Leben etablieren, dann gibt es nichts besseres als einen Ashramaufenthalt. Die Struktur im Ashram und das Miteinander und das gemeinsame Üben machen es einfach, jeden Tag zwei Stunden zu meditieren, zu singen und dann noch einmal drei Stunden Hatha-Yoga zu machen. Diese Disziplin alleine zu entwickeln ist wesentlich schwieriger.

Bist du dann aber einmal im Flow, ist es einfacher damit weiterzumachen. Als ich von meinem ersten Aufenthalt zurückkam, bin ich jeden Morgen um 5 Uhr aufgestanden, um 90 Minuten Yoga zu praktizieren. Das habe ich 2 Monate durchgezogen, bevor ich einen anderen Trainingsplan anfing, der mich sechsmal die Woche 2 Stunden kostete. Beides gleichzeitig neben meinem Job war für mich nicht möglich.

5. Bessere Stimme

Ein Nebeneffekt, der mir vor allem nach meinem sechswöchigem Aufenthalt auffiel, war meine Stimme. Das tägliche Singen hatte dazu beigetragen, dass meine Stimme freier wurde und ich viel besser singen konnte.

Das Yogi Hari Ashram

Das Ashram befindet sich in Miramar, keine Stunde von Miami entfernt. Es ist ein kleines Paradies inmitten einer Stadt und von außen so unauffällig, dass es vermutlich kaum einem auffällt, selbst wenn man direkt an der Straße vorbeifahren würde.
Abgelegen von dem Tumult der Stadt ist es ein wahrer Rückzugsort von der Welt. Theoretisch ist es sogar möglich, dort zu leben ohne das Ashram überhaupt zu verlassen.

Das Gelände selbst ist traumhaft. Überall wachsen exotische Früchte wie Mangos, Litschis, Kokosnüsse oder Bananen, an den Bäumen, Sträuchern und Palmen. In der Mitte vom Grundstück ist ein kleiner See, an dessen Ufer sich ein Deck befindet, das bei gutem Wetter für die Hatha-Yoga-Praxis verwendet wird. Und direkt neben dem Haus von Yogi Hari gibt es auch noch einen Pool, den die Schüler nutzen können.

Für mich ist es ein kleines Paradies.

Wer sich Gedanken wegen dem Wetter macht, dem empfehle ich im Winter dorthin zu fliegen. Ich war einmal im November und einmal im Mai/Juni dort. Das Wetter im November ist wesentlich angenehmer. Wer mit hoher Luftfeuchtigkeit und abwechselnd hohen Temperaturen und Regenschauern zurechtkommt, für den ist auch das kein Problem. Ich selbst habe beides erlebt und bin mit beidem gut klargekommen.

Wenn du Interesse hast, mehr über das Ashram zu erfahren, kannst du dich jederzeit auf der offiziellen Webseite informieren:  Yogi Hari Ashram

6. Einheit von Körper und Geist

Meiner Meinung nach ist einer der größten Probleme unserer westlichen Gesellschaft, dass wir angefangen haben, Körper und Geist zu trennen. Leider wurde dabei übersehen, dass Körper und Geist eine Einheit sind und dass es wichtig ist, uns als solches wahrzunehmen.

Dass der Körper Einfluss auf unseren Geist nimmt, sollte jedem klar sein, der schon einmal für längere Zeit keinen Sport gemacht und dann wieder angefangen hat, sich regelmäßig zu bewegen. Als Resultat daraus haben wir mehr Energie, sind besser gelaunt und fühlen uns wohler in unseren Körpern.

Ich möchte aber gerne noch einen Schritt weitergehen. Unser Körper ist der Ort unserer Emotionen. Durch den Fokus auf das Denken in unserer westlichen Gesellschaft haben wir aufgehört, unserem Körper und somit unseren Emotionen Aufmerksamkeit zu schenken. Das geht auch eine ganze Weile lang gut, ist meiner Meinung nach aber auch der Hauptgrund dafür, dass wir Emotionen unverarbeitet mit uns herumtragen, bis wir eines Tages auf einmal unglücklich sind oder sogar eine Depression haben. Dann zwingt uns unser Körper dazu, uns mit ihm auseinanderzusetzen.

Auch wenn viele Yoga nur als eine körperliche Übung betrachten, besteht es jedoch aus 6 Hauptpfaden:

  • Hatha Yoga: Die körperliche Praxis, wofür Yoga meistens bekannt ist. Sie besteht aus Pranayama (Atemübungen) und Asanas (Yogaposen). Der Körper und all seine Systeme werden hierdurch gekräftigt, gereinigt und verfeinert.
  • Nada Yoga: Singen bzw. das Studium und die Anwendung von Klangschwingungen als Mittel zur Heilung und Anhebung der Emotionen und des Geistes.
  • Karma Yoga: Selbstloser Dienst an der Gesellschaft, um das kleine egozentrische Selbst zu überkommen.
  • Raja Yoga: Meditation bzw. die Analyse des Geistes mit dem Ziel, Kontrolle darüber zu erlangen
  • Bhakti Yoga: Bhakti bedeutet intensive Liebe für Gott. Bhakti Yoga ist der Weg der Hingabe und benützt das Herz und das Gefühl der Liebe, um den höchsten Zustand zu erreichen.
  • Jnana Yoga: Jnana heißt Wissen. Es ist der Weg, der mit dem Verstand beginnt und führt zu Selbsterkenntnis.

Alle diese Pfade sollen dich zur Erleuchtung führen oder dir zumindest dabei helfen.

Wenn du aufgepasst hast, ist dir aufgefallen, dass nur ein einziger dieser Pfäde, Jnana Yoga, Denken als Ansatz verfolgt. Alle anderen setzen sich mit unserem Körper und Gefühlen auseinander. Im Yoga wird Körper und Geist somit als Einheit betrachtet.
Ich persönlich sehe an mir selbst, dass ich oft ziemlich kopfgesteuert durch die Gegend laufe. Aber gut, was erwarte ich auch von mir, immerhin wurde ich als Ingenieur 10 Jahre lang dafür bezahlt, lediglich im Kopf zu sein.

Die tägliche Praxis im Ashram hat mir aber ungemein dabei geholfen, ein besseres Gefühl für meinen Körper zu entwickeln, zu spüren, wo ich Anspannungen in meinem Körper halte und wahrzunehmen, was ich fühle. Ich habe immer noch einen weiten Weg zu gehen, mich über einen längeren Zeitraum intensiv mit meinem Körper auseinanderzusetzen, hat mich dabei aber ein gutes Stück weitergebracht.

Dass es wichtig ist „verkörpert“ zu sein hat noch so viele andere Vorteile, vor allem im Umgang mit anderen Menschen. Aber darauf werde ich in einem anderen Beitrag eingehen, um den Rahmen hier nicht zu sprengen.

7. Körperliche Fitness und Wohlbefinden

Auch wenn ich nicht ins Ashram ging, um abzunehmen oder fitter zu werden, so musste ich beide Male feststellen, dass die viele Bewegung und gute Ernährung im Ashram dazu führten, dass ich fitter wurde, abnahm, mich immer wohler in meinem Körper fühlte und wesentlich mehr Energie hatte.

In Deutschland brauche ich normalerweise um die 7-8 Stunden Schlaf. Im Ashram bin ich mit 5-6 Stunden vollkommen ausgekommen.

In der Bildfolge siehst du mich bei meinem zweiten Besuch Mitte 2019. Das linke Bild ist am Anfang des Yoga-Teacher-Trainings, das Bild in der Mitte zwei Wochen später nach dem Kurs und das rechte Bild nochmal drei Wochen später, als ich auch den Advanced Yoga-Teacher-Training abgeschlossen hatte. Für fünf Wochen war ich erstaunt, was dies mit mir gemacht hat.

Falls du Fragen hast oder sogar eigene Erfahrungen mit Ashram-Aufenthalten hast, schreibe mir gerne einen Kommentar.
Ansonsten weiterhin alles Gute.

 

Lebt authentisch! Seid großartig!

Euer Tim

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